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Poetry & Prosecco
A WEEK IN WORDS
LYRICS BY TIMO ZENDA & ANTONY IRIS
Montag – der Tag, der keiner sein will
Wer kam eigentlich auf die Idee, einen Montag einzuführen? Wirklich jetzt. Irgendwo zwischen Sonnenkult, babylonischer Mathematik und religiöser Wochenordnung muss ein besonders humorloser Mensch beschlossen haben: „Ja, wir nehmen das schöne, freie Wochenende – und hängen einfach noch etwas dran. Etwas Unangenehmes.“
Denn Montag ist kein Tag. Montag ist ein Zustand. Ein Aggregatzustand menschlicher Existenz kurz vor dem Sieden.
Montag ist der Moment, in dem der Wecker nicht klingelt, sondern droht. Der Moment, in dem die Kaffeemaschine zur letzten Instanz der Zivilisation wird. Montag ist die Frage: „Wofür mache ich das hier eigentlich?“ – und zwar nicht philosophisch, sondern sehr konkret, mit Blick auf die To-do-Liste, die über Nacht offenbar Nachwuchs bekommen hat.
Und dann: der große gesellschaftliche Montagsskandal. Alles hat zu. Restaurants? Geschlossen. Friseure? Geschlossen. Man selbst? Emotional sowieso geschlossen. Wer soll da Motivation haben? Motivation und Montag – das ist wie ein Blind Date, zu dem beide unhöflich verspätet erscheinen und sofort merken: „Das wird heute nichts.“
Der Montag ist auch statistisch belastet. Der Tag mit den meisten Karenztagen. Der Tag, an dem das System stöhnt und sagt: „Heut nicht, Chef.“ Kein anderer Wochentag hat eine so ausgeprägte Fähigkeit, sich krank zu fühlen. Man munkelt sogar, dass der Montag die einzige Zeitangabe ist, die von Ärzten kollektiv mit einem Augenrollen quittiert wird.
Überhaupt: Dieser Tag scheint universell unbeliebt – und das völlig zu Recht. Er ist der ungebetene Gast, der jeden Sonntagabend unangekündigt schon mal vor der Tür steht und räuspert.
Das alles ist der erste Eindruck vom Montag. Ein Anfang. Ein Vorglühen.
Dienstag – der Tag, der sich wichtig fühlt, aber keiner weiß warum
Wenn der Montag ein Zustand ist, dann ist der Dienstag eine Verwechslung.
Der zweite Wochentag tritt auf wie jemand, der eigentlich nichts zu melden hat, aber einen Clipboard in der Hand hält und dadurch denkt, er sei relevant.
Dienstag ist dieser Moment, in dem man feststellt: Man ist NICHT mehr entschuldigt. Montag konnte man noch schwammig sein, montagsmüde, montagskrank, montagsüberfordert. Dienstag aber – Dienstag erwartet Leistung. Eine Zumutung.
Dienstag ist das Chamäleon unter den Wochentagen: farblos, unauffällig, schwer zu merken. Frag mal zehn Leute, was sie am letzten Dienstag gemacht haben. Niemand weiß es. Dienstag verschwindet im Nebel der funktionalen Bedeutungslosigkeit.
Man könnte meinen, Dienstag sei der Tag der Produktivität. Der Tag, an dem man „endlich reinkommt“. Tatsächlich ist es der Tag, an dem man merkt, wie viele E-Mails sich seit Freitag angesammelt haben, weil am Montag alle noch im mentalen Stand-by-Modus waren.
Und dann diese unausgesprochene Erwartung: Dienstag hat keinen Grund, schlecht zu sein – und ist es trotzdem.
Er hat die Ambitionen eines Montags und die Beliebtheit eines Mittwochs, aber die Strahlkraft von nichts davon.
Dienstag ist das Toastbrot der Woche: macht satt, schmeckt nach wenig, liegt etwas schwer.
Während Montag immerhin eine Ausrede hat („Ich bin Montag – deal with it“), steht Dienstag einfach nur da und sagt:
„So, jetzt aber los.“
Aber niemand will los. Nicht am Dienstag.
Dienstag ist der Tag, der dir klarmacht: Die Woche hat wirklich angefangen.
Ein Montag kann einen täuschen, er kann noch ein Sonntag mit schlechtem Marketing sein.
Doch Dienstag? Dienstag ist endgültig.
Dienstag ist Pflicht.
Dienstag ist das Tauwetter nach der Eskalation – nicht schön, aber unvermeidlich matschig.
Und das, meine Liebe, mein Lieber: ist erst der Anfang.
Denn wenn du glaubst, Dienstag sei ein Übergangstag, dann warte, bis wir beim Mittwoch ankommen.
Mittwoch – der Tag, der denkt, er sei eine Leistung
Mittwoch ist der Tag, der in die Woche hineinplatzt wie jemand, der zu früh zur eigenen Überraschungsparty kommt.
„Tadaaaa, Halbzeit!“ ruft er, obwohl niemand geklatscht hat.
Alle tun so, als sei Mittwoch etwas Besonderes. Als wäre Mittwoch ein Meilenstein.
Dabei ist Mittwoch schlicht der Moment, an dem man realisiert: Schön, die Hälfte ist geschafft – und die andere Hälfte muss trotzdem gemacht werden. Ein mathematisches Trostpflaster.
Mittwoch ist der Tag, an dem das Wochenrad nicht mehr quietscht, aber auch noch nicht rund läuft.
Er ist die graue Zone, das Niemandsland, das Land zwischen „Ich kann nicht mehr“ und „Ich muss noch“.
Mittwoch ist der Tag, an dem jeder im Büro etwas matter aussieht, als er zugeben will.
Der Mittwoch hat außerdem diesen unverschämten Spitznamen: Bergfest.
Was für ein Berg, bitte?
Wer hat den dahin gestellt?
Und warum feiern wir etwas, das uns lediglich sagt:
„Du stehst jetzt oben. Es geht noch genauso lang wieder runter.“
Stell dir vor, jemand sagt:
„Glückwunsch! Du hast noch genauso viel vor dir wie hinter dir!“
Das ist kein Grund zu feiern. Das ist eine Warnung.
Mittwoch ist der Tag, an dem Menschen beginnen, alles auf „später in der Woche“ zu verschieben.
Am Mittwoch wird zwar viel geredet, aber wenig entschieden.
Er ist der diplomatische Tag der Woche: alle warten ab, keiner will Verantwortung.
Und trotzdem hat Mittwoch eine merkwürdige Selbstüberschätzung.
Er posiert wie ein Influencer unter den Tagen – ohne Content, aber mit Attitüde.
Dieser Tag lebt vom Gefühl, mehr zu sein, als er ist.
Ein geplanter Kompromiss. Ein Wochentag mit Mittelmaß-Abonnement.
Am Mittwoch erkennt man auch, wie sehr die Woche einem emotional beistellt:
Der Montag hat uns beleidigt.
Der Dienstag hat uns verwirrt.
Der Mittwoch täuscht uns Harmonie vor –
so wie ein schlecht gelaunter Yoga-Lehrer, der behauptet, alles sei „Flow“.
Mittwoch ist nicht der Gipfel.
Er ist die Pause am Hang.
Der Moment, in dem man nach unten schaut und denkt:
„Wäre ich mal gar nicht losgelaufen.“
Und weil wir noch lange nicht fertig sind:
Der Donnerstag wartet.
Und der hat eine ganz andere Energie.
Donnerstag – der Tag, der mit den Hufen scharrt
Donnerstag ist der Tag, der so tut, als würde er schon Freitag heißen.
Er trägt die gleiche Stimmung, aber nicht die gleichen Rechte.
Ein Möchtegern-Wochenende. Ein Freitag in Turnschuhen.
Donnerstag ist dieser Mensch auf einer Party, der eine Stunde zu früh kommt und fragt, ob schon Musik läuft.
Er hat Euphorie – aber sie ist unangebracht.
Er hat Drive – aber keiner weiß wohin damit.
Man kommt am Donnerstag ins Büro, und plötzlich haben alle einen Funken Hoffnung in den Augen, obwohl die Realität sagt:
Es ist noch ein ganzer Arbeitstag übrig.
Und trotzdem: Donnerstag riecht bereits nach Wochenende.
Nach Freiheit.
Nach der Möglichkeit, die Woche vielleicht doch zu überleben.
Der Donnerstag lebt auf dieser paradoxen Halbinformation:
„Es ist fast geschafft.“
Fast.
Aber eben auch nur fast genug, um schon Pläne zu schmieden.
Kinobesuche, Drinks, Ausreden für Freitagmorgen – am Donnerstag wird all das organisiert.
Am Donnerstag entsteht die Fantasie, die der Freitag dann ausbaden muss.
Donnerstag ist der kleine Bruder des Freitags, der heimlich die Klamotten seines großen Bruders anzieht und hofft, niemand merkt’s.
Man merkt es natürlich sofort.
Ein Donnerstag bleibt ein Donnerstag.
Ein Tag, der überperformt, um seine Mittelmäßigkeit zu kaschieren.
Aber der Donnerstag hat ein Talent:
Er pusht.
Er schiebt.
Er treibt die letzten Reste Produktivität aus uns heraus,
weil wir wissen:
Wenn wir jetzt Gas geben, ist morgen alles leichter.
Donnerstag ist der Tag, an dem alles schnell gehen muss, damit der Freitag nicht mehr belastet wird.
Er ist der Fitnesscoach der Woche, der sagt:
„Komm schon, noch fünf Wiederholungen, dann ist Wochenende!“
Und genau deshalb hat Donnerstag eine ganz eigene Vibration:
Optimismus mit einem Schuss Verzweiflung.
Energie mit einem Hauch Kontrollverlust.
Vorfreude mit Restrealismus.
Donnerstag ist der Tag, an dem wir wieder anfangen, Menschen zu mögen.
Wenigstens ein bisschen.
Weil wir wissen:
Wir haben es fast geschafft.
Bereit für den Freitag?
Der wird nicht einfach
Freitag – der Tag, der die Menschheit rettet
Freitag ist der einzige Wochentag, der hereinkommt wie ein Rockstar.
Nicht leise. Nicht höflich.
Sondern mit Tür-auf, Sonnenbrille-auf-Nase, „Wo ist die Party?“.
Freitag ist der Tag, der uns wieder an das Gute im Leben glauben lässt.
Der Tag, der dich weckt und sagt:
„Du brauchst keinen Grund. Ich bin der Grund.“
Am Freitag hat sogar der Kaffee bessere Laune.
Der Chef ist plötzlich freundlich.
Die Kolleg:innen sehen ein bisschen weniger aus wie NPCs.
Und die Probleme der Woche?
Freitag hält sie fest, schaut sie an – und löst sie nicht, aber macht sie egal.
Und das reicht.
Freitag ist der Tag, der den ganzen Stress der Woche nimmt, ihn tief einatmet und sagt:
„Okay, ich schaff das. Gib mir zehn Stunden.“
Und das Wunder: Er schafft es tatsächlich.
Nicht gut, nicht sauber, aber ausreichend.
Freitag ist auch der Tag, an dem sich die Menschen verwandeln.
Der stille Programmierer wird plötzlich gesprächig,
die genervte Teamleiterin erzählt Witze,
und sogar der Typ aus der Buchhaltung, der seit Dienstag schlecht gelaunt brütet, lächelt.
Freitag macht uns menschlich.
Freitag macht uns weich.
Freitag macht uns gefährlich optimistisch.
Er ist der Tag, an dem neue Dating-Ideen entstehen, Pläne für Drinks, für Ausflüge, für Eskalationen, die man am Sonntag bereut.
Freitag ist die Zündung.
Der Countdown.
Die Vorband UND der Hauptact.
Und dann dieses Gefühl am Nachmittag:
Diese Mischung aus Freiheit und Amnesie.
Man vergisst die Aufgaben, die man nicht geschafft hat.
Man vergisst, dass man nächste Woche wieder von vorn anfangen muss.
Man vergisst sogar den Montag – und das will was heißen.
Freitag ist ein sozialer Feiertag, der jede Woche neu stattfindet.
Ein demokratischer Glücksakt.
Ein kollektives Schulternzucken der Nation.
Freitag bedeutet:
Wir haben überlebt. Und wir werden jetzt so tun, als müssten wir das nie wieder.
Freitag ist der Tag, der uns rettet.
Nicht offiziell, aber emotional.
Der Tag, an dem alles möglich scheint – sogar das, was absolut unrealistisch ist.
Freitag ist nicht der Weg ins Wochenende.
Freitag IST das Wochenende.
Schon ab 12:30 Uhr.
Samstag – der Tag, an dem die Welt von Greti und Peti regiert wird
Der Samstag ist der König der Woche – aber kein majestätischer König.
Eher ein König aus dem Volk, mit Jogginghose, To-go-Kaffee und dem Anspruch, heute alles regeln zu müssen.
Samstag ist der Tag, an dem die ganze Welt so tut, als wären 24 Stunden genug Zeit, um
den gesamten Haushalt,
das komplette Sozialleben,
sämtliche Besorgungen
und den mentalen Wiederaufbau der Woche
unterzubringen.
Und genau hier betreten sie die Bühne:
Greti und Peti.
Die heimlichen Herrscher des Samstags.
Greti und Peti erkennst du daran, dass sie überall gleichzeitig sind.
Im Baumarkt.
Im Gartencenter.
In der Waschstraße.
Im Supermarkt.
An der Wursttheke, wo sie sich wieder nicht entscheiden können.
Die beiden leben nach dem Motto:
„Was wir unter der Woche nicht schaffen, schaffen wir am Samstag. Egal, ob’s sinnvoll ist.“
Der Samstag gehört ihnen – und er gehört ihnen vollkommen.
Sie belagern die Stadt, die Parkplätze, die Fußgängerzonen, die Rabattaktionen.
Und wenn du denkst, du hast einen ruhigen Samstag vor dir, tauchen sie garantiert auf und fragen:
„Sind Sie hier auch wegen der 20%-Aktion?“
Samstag ist auch der Tag, an dem Menschen ihren inneren Heimwerker entdecken – oder vortäuschen.
Der Tag, an dem man plötzlich glaubt, man brauche eine neue Bohrmaschine, obwohl man seit 2004 nicht einmal ein Bild aufgehängt hat.
Der Samstag hat diese gefährliche Energie:
„Ich könnte alles schaffen – theoretisch.“
Für Greti und Peti ist Samstag aber nicht nur ein Tag.
Es ist ein Ritual.
Eine religiöse Choreografie aus pflichtbewusstem Einkaufen, leichtem Überfordertsein und dem ständigen Gefühl, dass man „jetzt daheim aber wirklich was schafft“.
Doch die Wahrheit:
Am Samstag schafft niemand das, was er sich vorgenommen hat.
Nicht mal Greti und Peti.
Weil der Samstag das größte Missverständnis der Woche ist:
Ein Tag, der nach Freiheit riecht, aber nach Verpflichtung schmeckt.
Und dann, wenn endlich Nachmittag ist, wenn die halbe To-do-Liste abgearbeitet wurde und die andere Hälfte sowieso niemand mehr sehen will, setzt dieses heilige Samstagssiedlungsgefühl ein:
„Heute gehen wir essen.“
Oder:
„Heute gönnen wir uns was.“
Oder, realistischer:
„Heute machen wir gar nichts mehr.“
Denn Samstag hat eine Besonderheit:
Er gibt dir das Gefühl, du hättest etwas geleistet – selbst wenn du es nur durch die Woche geschafft hast.
Der Sonntag ist der Anwalt des Montags.
Er tut so, als bringe er Frieden, aber in jeder Minute schiebt er den Montag ein Stück näher an dein Bewusstsein.
Es ist, als würde der Sonntag dir sanft über den Rücken streichen und gleichzeitig flüstern:
„Genieß es… es hält nicht lang.“
Der Sonntag hat zwei Geschwindigkeiten:
Entweder er zieht wie ein Kaugummi, oder er verschwindet in Lichtgeschwindigkeit.
Es gibt keine Mitte.
Eben war es noch Vormittag, und plötzlich ist 18:47 Uhr und du fragst dich:
„Was habe ich eigentlich getan?“
Die Antwort ist immer dieselbe:
Nichts. Und trotzdem bin ich erschöpft.
Das Schlimmste am Sonntag?
Es hat alles zu.
Alles.
Der Sonntag ist die Rache der Woche dafür, dass wir sie überlebt haben.
Ein Tag ohne Einkaufsmöglichkeiten, ohne Termine, ohne Ablenkung.
Ein Tag, der uns zwingt, mit uns selbst allein zu sein.
Und das ist gefährlicher, als jeder denkt.
Der Sonntag ist der Tag, an dem man anfängt aufzuräumen, ohne es zu Ende zu bringen.
An dem man spazieren geht, ohne zu wissen, warum.
An dem man auf der Couch liegt und plötzlich existenzielle Fragen googelt:
„Wie werde ich Montag los?“
Er ist gleichzeitig zu still und zu laut.
Zu frei und zu begrenzt.
Zu lang und zu kurz.
Und dann kommt der Abend.
Der Sonntagabend.
Der Moment, an dem das Licht schwindet und die Wahrheit hervortritt:
Der Sonntag war nie dein Freund.
Er war nur die Einleitung zum neuen Wochenrhythmus – ein moralisches Placebo.
Doch eines hat der Sonntag, was kein anderer Tag hat:
Er gibt dir trotz allem einen letzten Gedanken mit.
Einen, der uns Woche für Woche rettet:
„Nächsten Freitag gibt es eine neue Chance.“
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